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Medienberichte (Auswahl)

Le Monde, 24.3.2018

 

Japanische, chinesische oder vietnamesische Kampfkünste, die man noch nicht kennt

Von Anthony Hernandez

 

Die Versuchung der Modernität

 

Es ist ein sonderbarer Tanz, der Qi-Tanz (Energie-Tanz). Der Meister Gu Ji zieht einen Vorhang zu, nimmt einen Pinsel und zeichnet eine Acht in der Luft, er bietet eine Tasse Tee an, und dann noch eine zweite, er fängt ein fallendes Blatt auf, wirft es weg und telefoniert… Der Meister hat nicht den Verstand verloren, er ist dabei, etwas Neues zu schaffen.

Dieser 48jährige Chinese, der im Alter von 21 Jahren nach Frankreich immigrierte, hat eine neue Kampfkunst gegründet, wobei er von Disziplinen wie dem Kung-fu, Tai-Chi oder auch dem Qi Gong ausgegangen ist.

 

„Die Idee besteht darin , eine bestimmte Anzahl von Gesten aus dem Alltag in Techniken umzuwandeln. Man muss sich zum Beispiel jeden Tag anziehen und Ausziehen. Ohne dass Sie sich dessen bewusst sind, trainieren Sie“ erklärt Gu Ji. Jede der 24 Bewegungen hat ihre Anwendung für die Selbstverteidigung. Die Geste des Telefonierens, sowie die des Ausziehens ermöglicht (gegebenenfalls“ die Abwehr eines Schlages und weiterführend ein Lähmen des Angreifers.

 

Gu Ji unterrichtet seit 1993 die traditionellen chinesischen Kampfkünste und hat dabei seine Methode konzipiert. Er stellt fest, dass viele Schüler nicht über die zum Üben benötigte Zeit verfügen. Der Meister spricht eher von Vergnügung als von Training, was eine Lockerung und Entspannung der Praktizierenden ermöglichen soll. Anstelle des Wortes Kampf verwendet man den Ausdruck Tanz.

 

Maler und Meister

 

Als Absolvent der Kunsthochschule in Shanghai schwingt Gu Ji weiter den Pinsel, so wie seine Eltern, beide Kunstmaler. Seine Leidenschaft für die Kampfkünste stammt von seinem Onkel, James Kou, Gründer des Französischen Taichi-Verbandes.

 

Die Dimension des Kampfes im Gu Qi Dao findet man im Bereich Selbstverteidigung. Der Meister betont die Absicht, sich zu verteidigen, ohne dabei den anderen zu verletzen. Dafür verwendet er wiederum Gegenstände aus dem Alltag. Als wir aufgefordert wurden, mitzumachen, bieten wir ihm, überglücklich, unser Werk im Taschenbuchformat an, die Biographie Stalins von seinem Rivalen Trotsky. „Oft kann ein Fusstritt mit festen Schuhen die Hand brechen. Das Buch federt enorm ab und ermöglicht in der Folge eine Entwaffnung des Gegners“ unterstreicht der Experte.

 

 

 

 

„Nouvelles d’Europe“ (Tageszeitung in chinesischer Sprache), 30.11.2018

 

Gu Ji und sein Gu Qi Dao

von Huang Guan Jie 

 

 

In letzter Zeit haben die französische Tageszeitung Le Monde, Fachzeitschriften wie Karaté, Qi Gong, Dragons magazine und La revue du taiji über einen jungen Kampfkunstlehrer aus Shanghai berichtet und dargelegt, inwiefern der Stil, den er geschaffen hat, eine Neuerung der Kampfkünste des 21. Jahrhunderts darstellt. Sein Name ist Gu Ji. Er hat den „Weg“ der Kampfkünste, der Selbstverteidigung und der Gesundheitspraktiken mit dem Alltag verbunden, um aus dem Training eine Lebenshaltung zu machen und somit wieder an die klassischen Trainingsmethoden anzuknüpfen. Diese Methode nennt er Gu Qi Dao. Am 24. März 2018 hat er seine Schüler zum 33. Kampfkunstfestivals in Paris geleitet und umgehend das Interesse der Allgemeinheit geweckt.

 

Gu Ji ist nicht wirklich ein Profi im Kampfkunstmilieu. Dennoch stellt die Ausübung der Kampfkunst für ihn eine Verbindung zu seinem gesamten Leben her, nicht im Sinne des beruflichen Erfolgs, sondern um auf seine Gesundheit zu achten und besser leben zu können. Aufgrund seines Schicksals hat er seine Kenntnisse der Kampfkunst vertiefen müssen.

 

Er wurde 1969 in einer Künstlerfamilie geboren, seine beiden Eltern sind bekannte Maler in Shanghai. Er ist schwächlich, oft krank und seine Erinnerungen an die Kindheit sind geprägt von diversen Reisen mit seinen Eltern nach Peking, wo sie Fachärzte suchten. Während dieser Zeit der Kulturellen Revolution galten die Kampfkünste als eine der „Vier alten Bräuche“ und waren nicht mehr an der Tagesordnung. Aber einer seiner Nachbarn war ein berühmter Taijiquan-Lehrmeister und seine Eltern haben ihn gebeten, ihrem Sohn die positiven Auswirkungen dieser Technik beizubringen. Diese Person hieß ebenso Gu und auch wenn kein direkter Verwandtschaftsgrad bestand, akzeptierte dieser als Nachbar und  Träger desselben Familiennamens. Er hieß Gu Liu Xin und in den Augen Gu Ji’s war es nur ein Arzt ohne weißen Kittel. Er wusste nicht, dass er in Wirklichkeit ein Grossmeister der Chinesischen Kampfkunst war, berühmter Erbe des Taijiquan-Stils „Chen“ in Shanghai.

 

Sein Engagement in der Welt der Kampfkunst war für ihn wie eine Art Therapie. Nach drei Jahren Unterricht bei Gu Liu Xin spürte Gu Ji, wie sein Körper stärker wurde und er begeisterte sich immer mehr für diese Disziplin. Durch seinen Lehrer konnte er damals zahlreiche Meister kennenlernen, er wurde direkter Schüler von Yang Zhenduo, und Meisterschüler von Fu Zhongwen, bei dem er den Taijiquan-Stil „Yang“ erlernte. Als seine Gesundheit gestärkt war, lernte er mit anderen Meistern ebenfalls  Ba Gua und Xingyi Quan.

 

1991 kam Gu Ji als Student nach Frankreich und begann dort seit 1993 zu unterrichten. Unter seinen Schülern befinden sich zahlreiche Sieger französischer und internationaler TaijiQuan-Wettbewerbe.

 

Dank seiner jahrzehntelangen Trainings- und Unterrichtserfahrung weiß Gu Ji um die Fülle und Tiefgründigkeit der chinesischen Kampfkünste und schätzt ihren Beitrag für die Gesundheit, sowie die Selbstverteidigung. Der Lernprozess erweist sich allerdings als schwierig und mühsam, was für die Menschen im Westen ein Hindernis darstellen mag. Besonders in Frankreich und anderen westlichen Ländern werden die Kampfkünste nur als sportliche Betätigung angesehen, die man an einem bestimmten Ort und zu einer bestimmten Zeit ausübt. Wie soll man ein angemessenes Niveau erreichen, wenn man dafür nur zwei bis drei Stunden pro Woche aufwendet? Dabei erinnert sich Gu Ji an das frühere China, in dem die Kampfkünste nicht vom Alltag zu trennen waren.

Ein altes chinesisches Sprichwort besagt: "Quan bu li shou“ (拳不离手) - „Man muss ständig in Übung bleiben“. Wie man ebenfalls in einigen Kampfkunstfilmen sieht, und wie es früher so üblich war, können sich Tätigkeiten des Alltags, so wie Holz hacken, Wasser tragen, kochen, gehen oder schlafen, jederzeit und allerorts auch als Trainingsmethode erweisen. Deshalb ist Gu Ji bemüht,  in seiner Lehre auf die Eigenheiten der modernen Welt Rücksicht zu nehmen, um daraus eine Methode zu konzipieren, die jederzeit anwendbar ist und in der Gegenstände des Alltags als Hilfsmittel für die Selbstverteidigung verwendet werden können.

 

Wenn man zum Beispiel auf der Straße geht, wagt man kaum, den waagrechten Fußtritt nach vorne zu trainieren oder den nach hinten, das wäre zu störend. Sollte es aber wenige Passanten geben, kann man einen tief angesetzten Fußtritt probieren, indem man den Fuß kaum vom Boden hebt. Bei häufigem derartigem Üben wird nicht nur das Bein gelenkiger, man stärkt ausserdem den Fuß und hat mehr Kraft bei der Beinarbeit.

 

Im Büro zum Beispiel, bei der Arbeit am Computer, kann man einen Fuß aufheben und die Bein- bzw. Bauchmuskulatur stärken; beim Telefonieren die Hand heben oder sich bücken, um etwas aufzuheben usw. …

Somit können sich Bewegungen des Alltags in eine Technik zur Selbstverteidigung entwickeln. Nachdem er diese Vorstellung und diese Bewegungen in seinen Unterricht eingebaut hatte, ergaben sich sehr gute Resultate. In Frankreich haben zahlreiche Schüler  ausgezeichnete Ergebnisse bei Sanda-Wettbewerben erreicht. Folglich hat Gu Ji ab 2009 diese Methode und seine Theorie kombiniert und ihr im „Gu Qi Dao“ einen formellen Rahmen gegeben. Gu Ji erklärt weiters, dass das „Gu“ nichts mit seinem Familiennamen zu tun hat, sich aber auf eine andere Übersetzungsbedeutung bezieht „sich kümmern um, achten auf“, „Qi“ beinhaltet alle traditionellen Trainingsmethoden der Kampfkunst und des Qi Gong; „Dao“ ist der „Weg“ der natürlichen Prinzipien. Einfach ausgedrückt handelt es sich um eine natürliche Lebensweise und eine Trainingsmethode zum achtsamen Umgang mit sich selbst. Es ist also eine Lebensart, die Gesundheit und Selbstverteidigung in Verbindung bringt. Aus diesem Grund hängt Gu Ji beim Unterrichten besonders an diesem „natürlichen“ Aspekt, der bei genauerer Betrachtung zur Kampfkunst führt.

 

Gu Ji betont, dass Gu Qi Dao keine Erfindung ist, sondern einfach eine Ausdrucksform der traditionellen chinesischen Kampfkünste im aktuellen Leben, ein Endprodukt aus der Synthese von Tradition und Moderne.  Er beabsichtigt, die Kampfkünste ins Bewusstsein der Menschen zu rücken, das Ausüben zu erleichtern und nützlich zu machen und somit die Lebensqualität zu verbessern. Wer auf seine Gesundheit achten und sich vor den aktuellen Gefahren schützen will, kommt nicht an Gu Qi Dao vorbei.

 

 

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